Kuelap – das Machu Picchu des Nordens

  Die rätselhaften Ruinen der Chachapoyas – Kuelap

Von Chachapoyas fährt man ca. eine Stunde bis zur Talstation der Telecabinas Kuelap, der bisher einzigen Seilbahn in Peru. 

Die einzige Seilbahn in Peru – die Telecabinas Kuelap

die Telecabinas Kuelap

„Die Peruanischen Besucher fragen mich immer, wieso die Gondeln nicht schneller fahren. Das wäre doch viel lustiger.“ erklärt uns unser Guide auf dem Weg nach oben. Die Attraktion für Peruaner sind hier nicht (nur) die Ruinen von Kuelap, die wir heute besichtigen, sondern auch die Gondeln hoch zu den Ruinen. Damit kann man in Europa leider schon lange niemanden mehr begeistern. Wir fahren ganz schön lange nach oben. Bestimmt 25 Minuten geht es mit der Seilbahn nach oben. Zur Talstation brachte uns ein Bus der Seilbahn Verwaltung – der Seilbahn Express quasi. Und zu diesem Bus und dessen Terminal brachte uns wiederum ein anderer Bus. Der Minibus unseres Tourveranstalters.

Der Aufstieg zu den Ruinen – Rent a Horse

Oben angekommen sehen wir schon von der Bergstation aus die Ruinen. Nach einer kurzen Erklärung zu den Ruinen und dem Ablauf unserer Besichtigung setzt sich die ganze Gruppe in Bewegung. Drei junge Amerikanerinnen, ein Pärchen aus Frankreich, eines aus England, ein Holländer, drei Peruanerinnen, eine Asiatin und wir zwei. Es geht ca. 15 Minuten zu Fuß nach oben – wem das zu viel ist, kann sich aber auch ein Pferd mieten. An der Bergstation stehen einige fertig aufgesattelt bereit und warten auf Besucher. Naja, eigentlich warten nicht die Pferde sondern die Besitzerinnen, die hinter den Pferden mit Ihren Kindern auf der Wiese sitzen und Stricken, Essen oder sich unterhalten.

die riesige Festungsmauer um Kuelap ist bis zu 21 Meter hoch

der Aufstieg zu den Ruinen

einer der schmalen Eingänge zu den Ruinen

Kurz vor dem Eingang zu den Ruinen verteilt unser Führer die Eintrittstickets (20 Soles / Person) bevor wir durch den schmalen Eingang in eine andere Zeit eintauchen. 

Man fühlt sich wie in einer anderen Welt. Man bewegt sich zwischen uralten Ruinen einer Hochkultur, noch vor der Zeit der Inka.

Die Ruinen sind umwachsen von Bäumen und Pflanzen. Schlingpflanzen winden sich an den alten Steinen empor und das schon seit Jahrhunderten.

In den Häusern bzw. deren Ruinen erkennt man heute noch heute die Auslaufbereiche der Cuys (spanisch „Meerschweinchen“). Diese hielt jede Familie in ihrem Haus in einem kleinen Bereich, abgesteckt durch Steine. Was fast anmutet wie eine äußerst tierliebe Haustierhaltung (wenn man bedenkt, dass die Häuser klein und die Familien groß waren) war der Aufzucht und Haltung des Lieblingsfleisches gewidmet. Die Peruaner verzehren noch heute bis zu 65 Millionen Cuys pro Jahr (bei 31 Millionen Einwohnern).

Traumhafte Aussichten rund um Kuelap

übrig gebliebenen von den Häusern der Chachapoyas - an dieser Stelle leider nicht viel

die Überreste der Häuser

Die Aussicht von hier oben und speziell von den Überresten der Häuser aus (die Chachapoyas wussten schon wie man Häuser mit Blick baut) ist atemberaubend. Man fühlt sich wie über den Wolken – was man tatsächlich ist 🙂 . 

Die Chachapoyas und die Kelten

Die Chachapoyas wurden übrigens auch die Wolkenmenschen genannt. Und um diese ranken sich noch so einige Mysterien und Ungereimtheiten. Anthropologen, die sich mit den Chachapoyas beschäftigen brachten die Vermutung an, dass die Wolkenmenschen, also das Volk der Chachapoyas, sich vor Jahrhunderten mit Europäischen Kelten vermischt haben könnten. Doch falls das stimmt, müssten die Kelten damals über den Atlantik gekommen sein. Und das viele Jahrhunderte vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus.

das Mauerwerk der Festung

Vor allem das Aussehen der Chachapoyas – weiß, rothaarig und zum Teil sommersprossig – sowie ihre Lebensweise geben noch heute Rätsel auf. „Gringuitos“ werden die Chachapoya Nachfahren heute von den Peruanern genannt. Während den 5 Tagen in Chachapoyas sind auch uns mehrere „Gringuitos“ aufgefallen, worüber wir uns zunächst gewundert haben. Wen die Geschichte der Chachapoyas und ihre Verbindung zu den Kelten interessiert, wird über Google fündig. (das Verlinken von Artikeln ist ja mittlerweile schwierig – siehe EuGH)

Die Geschichte der Chachapoyas ist auf jeden Fall interessant und zeigt, dass Peru nicht nur die bekannte Geschichte der Inkas und Nazcas sowie deren Bauwerke vorzuweisen hat, sondern noch so viel mehr weitgehend unerforschte Geschichte.

Kuelap vs. Machu Picchu – lohnt es sich?

Nach ca. drei Stunden Besichtigung der Festungsruinen von Kuelap ist die Führung zu Ende. Wir haben viel Interessantes erfahren, auch wenn wir uns an den einzelnen Punkten lieber länger aufgehalten hätten.

Da wir Machu Picchu noch nicht gesehen haben, können wir hier keinen Vergleich ziehen. Aber offenbar sollen die Kuelap Ruinen genauso groß (manche behaupten sogar größer) und eventuell sogar älter sein als Machu Picchu, der weltbekannte Bruder im Süden.

Nachtrag: Wir haben unser Salkantay Trekking zum Machu Picchu überlebt und können mittlerweile einen Vergleich ziehen. Die Kuelap Ruinen werden Machu Picchu so schnell nicht den Rang ablaufen, da Machu Picchu einfach überwältigend ist, alleine aufgrund seiner unvergleichlichen Lage. Trotzdem brauchen die Ruinen im Norden den Vergleich mit dem weltbekannten Bruder im Süden nicht zu scheuen. Man begegnet in Kuelap viiiiel weniger Besuchern, die Anreise ist erheblich einfacher (und günstiger) und die Anlage und die Geschichte nicht weniger interessant.

Auf nach Kuelap! 🙂

 

Mehr über Kuelap findet ihr bei Wikipedia (klick hier)

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