Der Salkantay Trek (Teil 2) – Der härteste Tag

Teil 1 unseres Salkantay Trekking Abenteuers findet ihr hier: Der Salkantay Trek – Aufbruch zum Machu Picchu

„Everyone say‘s Day 2 is the hardest.“ verkündet Carlos beim Frühstück. „And I can promise you – That’s right!“ 

Wake up, Wake up!

Um 5:00h am Morgen werden wir von eifrigem Klopfen an die Tür unserer Schlafkuppel geweckt. „Sebastián, Jessica! Wake up, Wake up!“ Es dauert einen Moment bis wir zu dieser unchristlichen Zeit wach werden. Unsere Guides Carlos und Carlitos bringen uns Coca Tee ans Bett. Der ist gut zum Wachwerden und gegen die Höhenkrankheit.

Es ist bitterkalt in den Skydomes, den Schlafkuppeln. Wir sehen unseren Atem. Geschlafen haben wir auf Carlos Rat am Vorabend mit zwei Hosen, mehreren Lagen Oberteile, Mützen und Handschuhen. Was gut war – wir haben tief und fest geschlafen. In einer halben Stunde sollen wir mit gepackten Rucksäcken zum Frühstück kommen. 

Das Skycamp am frühen Morgen

Frühstück auf 3.900m Höhe

In der großen Kuppel sitzen bereits die halbe Gruppe, dick eingepackt und dampfende Tassen voll Coca Tee in der Hand. Das Frühstück ist großartig. Es gibt Eier, Pancakes, Kuchen, Brötchen und Obst. Wir sollen ordentlich essen damit wir Kraft haben für den Aufstieg auf den Salkantay. Unsere Guides sorgen sich fast schon mütterlich um uns, fragen wie wir geschlafen haben und ob es uns gut geht. Auf einer Höhe von 3.900 Metern übernachten wir ja doch nicht so oft. Nur die Holländerin hatte am Vorabend noch schwer mit der Höhe zu kämpfen. Sie konnte nichts essen, Kopfweh, Übelkeit. Am Morgen ist es Gott sei Dank besser.

So können wir uns als geschlossene Gruppe an den Aufstieg machen. Um 6:20h sammeln sich alle Gruppen vor den Skydomes und machen sich bereit. Schlachtrufe ertönen. Das lassen sich unsere Carlosse natürlich auch nicht nehmen. „Hands in the Middle!“ – wir rufen alle „Pachamaaama“ – unseren Gruppennamen, schlottern vor uns hin und freuen uns.

Auf zum Salkantay! 🙂

Über die sieben Schlangen zum Salkantay

Auf den ersten paar hundert Metern wird uns Gott sei Dank wärmer. Erste Jacken können ausgezogen werden. Nach einer Weile kommen die bepackten Maultiere und Pferde vorbei. Die Tiere tragen die ganzen Dufflebags (unsere Taschen mit den Klamotten und Schlafsäcken) und die Verpflegung – und unser schlechtes Gewissen, weil wir die Taschen so voll gepackt haben. Auch unser Koch Elvis und seine Mannschaft reisen bis zur nächsten Station mit, allerdings mit und auf Maultieren.

Mittlerweile haben sich auch die Schnellsten der Gruppe herausgebildet. Die vier Amerikanerinnen mit ihren 20 Jahren RENNEN quasi den Berg nach oben. Wir Anderen können nur staunen und uns auf den Weg konzentrieren. Nur nicht demotivieren lassen! Nach einer Stunde Aufstieg wird die erste Pause eingelegt. Es wird das tägliche Gruppenfoto geschossen, danach geht es weiter mit dem Aufstieg.

Dann haben wir die 7 Snakes erreicht:

Der Beginn der „7 Snakes“ – ein Weg über sieben Windungen nach oben

Und endlich auch die Sonne!! In der Sonne läuft es sich gleich viel angenehmer. Die Ausblicke von hier oben sind traumhaft. Wir machen ständig kleine Pausen und genießen die Aussicht.

Einer der anstrengendsten Teile des Salkantay Trail

Der Trail der sieben Schlangen – von oben gesehen

Geschafft!! Den Trail der 7 Snakes – den anstrengendsten Abschnitt des Salkantay Trail haben wir hinter uns..

Höhenprobleme und der Pass des Salkantay

Jeder läuft sein eigenes Tempo. Wenn man auf dieser Höhe zu schnell läuft, pumpt das Herz so schnell, dass es weh tut und man kaum Luft holen kann. Das sollte man vermeiden, daher läuft jeder wie es für Ihn am besten ist. Ungefähr jeweils nach einer Stunde warten dann die Schnellsten, bis nach und nach jeder eintrudelt und die Gruppe wieder komplett ist.

Um ca. 10:30h haben wir nach 4 Stunden den Gipfel erreicht. Der Salkantay – was für ein Ausblick!!

Viel los am Pass..

Der Salkantay

Wir fühlen uns als hätten wir den Everest bestiegen. Wie gut das tut, wenn man es geschafft hat nach all der Anstrengung auf dem Pass zu sitzen und sich von der Sonne anstrahlen zu lassen.

Carlos und Carlitos schenken allen Coca-Tee aus. Jeder bekommt ein leckeres Sandwich und wir lassen es uns in der Sonne schmecken. Einfach traumhaft & jede Anstrengung wert.

Wir haben’s geschafft!

Unser Guide Carlitos spielt für ins Flöte – im Hintergrund löst sich eine kleine Lawine vom Salkantay

Ein anstrengender Abstieg

Unser Guide Carlos und Sebastian

Nach der Pause auf dem Gipfel machen wir uns an den Abstieg. Geplant sind 5 Stunden bis ins Camp in Chaullay. Der Abstieg ist angenehmer als der Aufstieg und wir genießen die Aussicht auf die Berge und kleinen Bergseen, Bäche und schneebedeckten Gipfel.

Nach 3 Stunden Laufen machen wir Mittagspause auf der Strecke. In Pavillons wird uns köstliches Essen aufgetischt.

 

Nach dem Mittagessen fällt uns das Laufen schwerer. Kein Wunder – volle Mägen und mittlerweile kommt die Müdigkeit und Erschöpfung. Seit heute Morgen laufen wir quasi ununterbrochen – schon 7 Stunden.

Die Ältesten – das sind wir beide und das holländische Pärchen – laufen die meiste Zeit als Schlusslichter, zusammen mit Carlitos. Es fühlt sich fast an als laufen wir nur zu viert mit unserem Privatguide 🙂

Der Salkantay im Hintergrund – vom Bergpass in den Dschungel. Es wird mit jedem Meter grüner…

Die Andean Huts – unser Camp für heute Nacht

Endlich das Camp!! Wir freuen uns wahnsinnig über den Anblick der Andean Huts – unsere Schlafhütten heute Nacht – und schleppen uns die letzten Meter ins Camp. Die Schnellen der Gruppe sind bereits seit einer halben Stunde hier und trinken schon ihren Tee.

Baby-Condor zum Abendessen

Wir nutzen die Duschgelegenheit für 10 Soles (heißes Wasser!!) und packen uns wieder warm ein. Wir sind zwar nicht mehr so hoch wie die Nacht zuvor, trotzdem ist es empfindlich kalt.

Das Abendessen schmeckt mal wieder köstlich und alle schlagen ordentlich zu. Wir sind heute ja immerhin 22km gelaufen. Es gibt verschiedene Platten voll köstlichem Essen. Das Fleisch auf der einen können wir nicht ganz zuordnen. „Baby-Condor“ sagt Carlitos und schaufelt sich ordentlich auf den Teller. Wir schauen ihn sprachlos an. Er schaut auf und lacht. Natürlich nicht! 🙂

Wake-Up ist morgen früh wieder um 5:00h, darum verschwinden alle direkt nach dem Essen in Ihre Hütten. Eine andere Gruppe übernachtet ebenfalls im Camp. Die Glücklichen haben nur die 4 Tages Tour gebucht und am nächsten Tag lediglich eine Busfahrt und Ziplining vor sich. Dementsprechend wird Bier getrunken und bis in die Nacht (naja, bis 8 oder 9 – was für uns alle mitten in der Nacht war) gegrölt und gefeiert. 

Wir schlafen trotzdem super. Aber bewegen kann sich niemand mehr. Die Pachamamas sind platt.

4 Kommentare

  1. Wow, was für ein Erlebnis und tolle Fotos! Freue mich schon auf die Fortsetzung…
    Liebe Grüße aus der Heimat,
    Nicole

  2. Guenter Martin

    Das ist ein fantastischer Bericht über den sehr anstrengenden Aufstieg zum Gipfel des Salkantay.
    Durch die details des Aufstiegs und die tollen
    Bilder kann man sich vorstellen was ihr dort erlebt
    habt. Ich freue mich jetzt schon auf eure weiteren
    Berichte vom eurem Trek zum Matchu Pitchu.

  3. Papageientaucher

    Danke!! Das war tatsächlich der anstrengendste Tag von allen! 22km sollte man nicht unterschätzen 🙂 Aber Spaß macht es trotzdem!

    Liebe Grüße aus Pisac
    Jessy

  4. Pingback: Der Salkantay Trek (Teil 3) - Von den Bergen in den Dschungel - Papageientaucher

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