Autofahren in Peru – Allgemeine Regeln & Tipps

1.  Es gibt keine Fahrspuren

Aus zwei Fahrspuren machen Peruaner mal eben drei oder vier. Oder auch fünf, wenn sich noch die kleinen Mototaxis eindrängeln und einem gnadenlos die Fahrspur klauen. Oftmals gibt es keine eingezeichneten Spuren oder die letzten Reste davon interessieren keinen.

2.  Überholen ist immer erlaubt

Uneinsehbare Kurve? Doppelt durchgezogene Linie? Überhol-Verbotsschild alle 10 Meter? Pahh! Alles kein Grund sich rechts zu halten. Am Anfang erschreckt man noch, wenn sich auf der eigenen Fahrbahn Autos von Vorne nähern und mit einem Affenzahn beim Überholen immer näher kommen. Geisterfahrer? Nein, der überholt nur etwas „knapp“. Besonders gerne überholen Busse und LKWs – am liebsten in uneinsehbaren Kurven… Vorausschauendes Fahren, vor allem wenn man selbst überholen möchte, ist zu empfehlen.

Überholen ohne den Gegenverkehr zu sehen? – Geht!

3.  Der Frechste hat Vorfahrt

Wer bremst, verliert! An einer Kreuzung warten und den ersten Wartenden vorlassen? Nö, der Souveränste gewinnt und das ist immer der, der einfach fährt. Oder im Zweifel, der mit dem größeren Auto 🙂

4.  Straße ist nicht gleich Straße – oder – Vertraue nicht Google Maps!

Wenn Google Maps sagt die eingegebene Route dauert 2 Stunden dann traue dem nicht (oder traue dem nur, wenn du einen Geländewagen hast). Bei Google Maps eingezeichnete Straßen entpuppen sich in Peru gerne mal als Schotterpisten mit tiefen Schlaglöchern und ein Vorankommen ist nur mit 10km/h (kein Scherz) möglich. Dann braucht ihr für die Strecke schnell mal 5 Stunden, statt der angegebenen 2. Haben wir tatsächlich so erlebt auf dem Weg vom Colca Canyon nach Nazca.

sauber präparierter Highway – hier ging es schnell voran

5.  Hunde die Autos jagen sind normal

Die Peruanischen Hundehalter halten sich nicht mit Gassi gehen auf. Morgens werden Hunde einfach vor die Türe gesetzt. Nach dem Motto „geh schön spielen, wir sehen uns heute Abend. Und wehe du kommst hungrig heim!“ Lieblingsbeschäftigung der Hunde ist dann vorbeifahrende Autos ankläffen und neben her rennen und sich fast überfahren lassen. Jagen eben. Aber nicht nur die Hunde mit Besitzer machen das gerne, sondern auch die vielen Strassenhunde Perus.

6.  Hast du keinen Geländewagen…

… hast du ein Problem. Siehe Punkt 4. Schlaglöcher so tief wie der Colca Canyon. Straßen bei denen der Asphalt fehlt und auf asphaltierten Straßen kilometerlange Spurrillen. An Kreuzungen hat sehr gerne auch mal der SUV Fahrer Vorfahrt – nach dem Prinzip „fahr doch, ich mach dich platt kleines Auto.“ Fakt ist: ein Geländewagen macht hier wirklich Sinn!

für die Schafe kein Problem – Spurrillen…

7.  Mit Licht fahren ist optional

Auch nachts!! Wir denken es könnte daran liegen, dass Peruaner generell nicht viel Wert auf die Verkehrstüchtigkeit ihrer Fahrzeuge legen und viele Lichter an Autos einfach defekt sind und deshalb aus. Andererseits könnte es auch sein, dass die Peruanos lieber im Dunkeln fahren. Und Schlaglöcher sieht man so oder so erst zu spät.

auch in der „Zona Neblina“ blieb das Licht an vielen Autos aus

8.  ALLE Autoteile müssen diebstahlsicher sein

Wer denkt Spiegelgläser klaut niemand, der war noch nicht Peru. Spiegel sind hier begehrte Hehlerware und werden äußerst gerne geklaut. An jedem neueren Auto sind die Spiegel mit extra Kunststoffkappen versehen, als Spiegel Diebstahl Schutz. Andere bei Dieben beliebte Autoteile sind alle Arten von Leuchten, Antennen und auch Radkappen. An unsrem Mietwagen waren diese mit Schrauben gesichert.

9.  Tiere laufen in Peru gerne auf der Straße

Wir hatten sie alle! Alpakas, Lamas, Pferde, Schafe, Hunde. Wobei die Hunde wenn sie die Straße queren, tatsächlich noch die rücksichtsvollsten Verkehrsteilnehmer sind. Wir waren super erstaunt, wie nahezu alle streunenden Hunde, an der Straße stehend, zunächst LINKS und RECHTS schauen – vorbeizischende Autos abwarten, nochmal schauen und sich vergewissern und dann sicher lostraben auf die andere Straßenseite. Die etlichen armen Streuner Peru’s bekommen das wohl schon mit der Muttermilch eingeimpft. Oder sie haben über Generationen einfach dazu gelernt. Auf jeden Fall sehr faszinierend.

Fazit

Der sicherlich beste Tipp für eine Rundreise durch Peru mit dem Auto ist, sich einen Geländewagen mit 4×4 anzumieten. Ignoriert den Preisunterschied zum Kleinwagen! Es lohnt sich definitiv und ihr werdet bei so manchem Schlagloch heilfroh über den höheren Radstand sein. Ansonsten sollte man einfach immer mit verrückten Autofahrern rechnen und auf alles gefasst sein.. Hunde, Autos, Menschen. Kann alles auf der Straße jederzeit anzutreffen sein. 

Viel Spaß beim Autofahren in Peru! 🙂

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