Die Nazca Linien – Lohnt sich Nazca auch ohne Flug?

Die mysteriösen Nazca Linien

Wer mit dem Auto in Peru unterwegs ist, wird sich diese Frage wohl gar nicht stellen – Nazca nimmt man natürlich mit. Wer mit Busgesellschaften durch das Land cruist, fragt sich schon eher, ob sich ein Halt in Nazca lohnt. Die Nazca Linien in Peru sind eine der Hauptsehenswürdigkeiten in Peru. Jeder kennt sie aus etlichen Dokumentationen im Fernsehen und auch in die Nachrichten schaffen es die mysteriösen Linien immer mal wieder, wenn Forscher neue Linien entdecken. 

Nazca Linien Flug

Sind die Nazca Linien ohne Flug zu sehen?

Flugzeugabstürze und Kotztüten

Doch sieht man die mysteriösen Linien auch ohne sich in Nazca in ein Flugzeug zu wagen?

Nazca Rundflug

Die Flüge über die Linien sind umstritten. Reiseanbieter aus Deutschland raten mehrheitlich von den dort angebotenen Flügen ab. Die Sicherheitsvorkehrungen seien zu schlecht. Das Auswärtige Amt rät sogar grundsätzlich von Flügen über die Nazca Linien vom Flughafen „Maria Reiche“ in Nazca aus ab. „…Seit 2007 ist es zu mehreren Zwischenfällen gekommen, darunter drei Flugzeugabstürze mit insgesamt 18 Todesopfern und mehreren Notlandungen.“ Quelle: Auswärtiges Amt

Wir entschlossen uns also das mit dem Flug mal lieber zu lassen. Abgesehen von dem drohenden Flugzeugabsturz berichten die Mutigen, die den Flug gewagt haben, von Flugmanövern die das Benutzen von Kotztüten unumgänglich machen. Die Piloten fliegen gerne Achten, damit auch jeder der Passagiere optimale Sicht auf die Linien hat. Verständlich, aber wer will sich schon den ganzen Flug lang übergeben?

Doch erkennt man die Linien auch von unten? 

Der Aussichtsturm – direkt an der Panamericana

Die Aussichtstürme über die Nazca Linien 

Es gibt zwei Aussichtstürme in dem Gebiet um die Nazca Linien, von denen man aus die Linien erkennen kann. Natürlich sieht man nicht die kompletten Bilder – dazu sind sie einfach zu groß – aber man kann sich ganz gut ein Bild von ihrem Ausmaß machen. Bis heute ist nicht klar, zu welchem Zweck die Nazca-Kultur die Linien angelegt hatten. Die Theorie der „Landebahnen für Außerirdische“ erscheint eher etwas abwegig. Die deutsche Forscherin Maria Reiche widmete sich 40 Jahre lang der Erforschung und Vermessung der Nazca Linien und stellte die Theorie auf, dass es sich um einen riesigen Astronomischen Kalender handele.

Die Aussichtstürme befinden sich in einigem Abstand zueinander direkt an der Panamericana.

Achtung! Der Aufstieg kostet eine kleine Eintrittsgebühr und die Zeit auf dem Turm ist begrenzt. Wenn die 10 Minuten oben vorbei sind, klopft der Wachmann von unten gegen den Turm und fordert einen nachhaltig zum Runterkommen auf. Unten warten dann schon die nächsten Touristen.

Der Parkplatz für einen der Aussichtstürme über die Nazca Linien.

Das Maria Reiche Museum

Maria Reiche

30km nördlich von Nazca befindet sich das Maria Reiche Museum. Wer wie wir von Ica kommend nach Nazca fährt, kommt automatisch dort vorbei. Allerdings nur mit dem Auto. Die Überlandbusse halten dort soweit wir wissen nicht.

Doch ein Besuch lohnt sich. In mehreren Räumen ist das Leben der Maria Reiche porträtiert. Sogar Original Skizzen ihrer Vermessungen der Linien sind ausgestellt. Bis in die 1960er-Jahre hatte Maria Reiche ein Gebiet von rund 150 Quadratkilometern zu Fuß (!) vermessen. Die Deutsche starb im Alter von 95 Jahren und wurde auf dem Grundstück des Museums begraben, wo sie über 25 Jahre lebte.

Original Vermessungsskizzen von M. Reiche

An den Wänden hängen die Skizzen zu den Vermessungen der Linien – Maria Reiche als Wachspuppe dargestellt

Die Aquädukte von Cantalloc (Cantayo)

Wer in Nazca noch Zeit für weitere Sehenswürdigkeiten hat, sollte sich die Aquädukte von Cantalloc ansehen. Wer mit Mietwagen reist, kann direkt zu den Aquädukten fahren (ca. 30 Minuten von Nazca). Ansonsten bieten auch die ansässigen Touranbieter allesamt Touren zu den nahegelegenen Aquädukten.

Diese Aquädukte dienen der Gewinnung von Wasser aus einer unterirdischen wasserführenden Schicht und sind Teile eines riesigen, von der Nazca Kultur vor Jahrhunderten angelegten Wasserversorgungssystems.

Erst dieses System machte es den Nazca möglich in der Wüste zu (über)leben. Noch heute sind etliche der ca. 30 Aquädukte in Benutzung und in erstaunlich gutem Zustand. Hinuntersteigen möglich 🙂

Fazit

Die kleine Stadt Nazca, mitten in der Wüste ist nicht der Rede wert. Der Besucher findet hier alles was sein touristisches Herz begehrt: Tourveranstalter, touristische (teure) Restaurants mit westlichem Essen, Hotels von teuer bis günstig. Die Stadt an sich ist aber nicht sonderlich schön. Besonders gut gefallen haben uns die Aquädukte von Cantalloc. Die Nazca Linien sollte man einfach mal gesehen haben. Auch von „unten“ sind sie faszinierend und wir haben es nicht bereut keinen Flug angetreten zu haben.

3 Kommentare

  1. Guenter Martin

    Toller Bericht, gibt genau unsere Erfahrungen wieder. Die NASCAR Linien sollte man sich auf
    jeden Fall anschauen wenn man dort vorbeikommt.
    Wir kamen damals mit dem Bus von Cusco und sind extra in NASCAR
    ausgestiegen um uns die Linien anzusehen. Wir hatten das Glück das wir die einzigen an diesem Tag waren und konnten so lange wir wollten oben auf den Türmen bleiben und die Linien anschauen. 👍😉

  2. Papageientaucher

    Ach super, da hattet ihr aber Glück 🙂 Als wir dort waren, haben die Touristen Schlange gestanden um nach oben zu kommen. Es will eben jeder mal auf den Turm.. 🙂

  3. Pingback: Arequipa - die weiße Stadt Peru’s - Kloster Santa Catalina - Papageientaucher

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