Copacabana – Fiesta, Fiesta am Titicacasee

Die Copacabana liegt in Bolivien?

Die Copacabana. An was denkst DU, wenn du Copacabana hörst? Der bekannteste Strand Brasiliens – Rio de Janeiro – Karneval – Copacabana eben. Aber was hat Copacabana mit Bolivien zu tun? Es gibt noch ein zweites Copacabana! Und das liegt nicht in Brasilien. Sondern in Bolivien – am Titicacasee.

copacabana titicaca bolivia ausblick cerro calvario

Die Copacabana am Titicacasee

Der Titicacasee ist einer der größten Seen Südamerikas und das höchstgelegene schiffbare Gewässer der Welt. Er liegt an der Grenze zwischen Bolivien und Peru.

Wir kommen gegen Mittag in Copacabana an. „Viel schöner als Puno.“ „Schaut euch den Titicacasee lieber von der bolivianischen Seite an.“ Tipps, die wir im Vorfeld von Reisenden bekommen hatten. Also ließen wir Peru hinter uns, sparten uns die Stadt Puno, welche bekannt für den Titicacasee ist und reisten direkt nach Bolivien weiter.

Copacabana oder Puno am Titicacasee

Unser erster Eindruck von Copacabana ist nicht überwältigend – eher überwältigend nüchtern. Etliche Touristenbars und -Restaurants reihen sich in der „Hauptstraße“ aneinander. Geldwechselstuben und Touranbieter die mit Bootsfahrten zur bekannten Isla del Sol werben. Die Menschen schauen allesamt eher grimmig als freundlich. Man wird angerempelt. Es ist super windig. Und KALT. Copacabana liegt auf 3.800 Metern über dem Meeresspiegel. 

copacabana cerro calvario titicaca bolivia

copacabana cerro calvario titicaca bolivia

copacabana titicaca bolivia

Der Titicacasee zaubert uns allerdings ein Lächeln ins Gesicht. Tiefblau und klar. Wunderschön anzuschauen und man fühlt sich an das Mittelmeer erinnert. So riesig groß ist er, dass er nicht wie ein See wirkt – eher wie ein Meer. Der höchstgelegene schiffbare See der Welt.

Der Cerro Calvario und die Pilger

bolivien aussicht titicacasee copacabana

Aussicht auf den Titicacasee von unserem Hostal

Am nächsten Morgen wollen wir den Hausberg erklimmen. Vom Gipfel des Cerro Calvario soll man eine schöne Aussicht auf die Bucht haben. Etliche Bolivianer strömen ebenfalls mit Rucksäcken und der Familie im Schlepptau nach oben. Ist das hier normal? Nein, wir sind pünktlich zur „Fiesta de la Virgin de Copacabana“ in der Stadt. Jedes Jahr um den 5. August finden hier Feierlichkeiten ansässig der Jungfrau der Copacabana statt. Viele Pilger aus Peru und Bolivien kommen zu diesem Fest in die Stadt. Sie pilgern auf den Cerro Calvario, halten oben kleine Zeremonien mit Feuerwerk (!) ab, lassen sich segnen (mit Bier!) und übernachten nahe des Gipfels in Zelten. Die Festtage sind begleitet von Prozessionen und Tänzen in der Stadt und Umgebung.

copacabana cerro calvario titicaca bolivia

Die Pilger auf dem Weg nach oben

copacaban pilger fiesta de la virgen cerro calvario titicaca bolivia

Die Pilger stehen Schlange um Opfergaben abzulegen

bolivien frau titicaca see copacabana

Die Aussicht vom Cerro Calvario auf die Bucht

pilger copacabana titicacasee bolivien

Am Strand des Titicacasees finden Autosegnungen statt. Die bolivianische Art sein Auto zu versichern 🙂 Das Auto wird geschmückt und (raus)geputzt. Ein „Autosegner“ wird engagiert der dann in einer kleinen Zeremonie das Auto weiht und ein kleines Feuerwerk an der Motorhaube veranstaltet. Klingt total seltsam, ist aber wirklich so. Während der Segnung steht dann die ganze Familie um das hübsch geschmückte Auto und schaut andächtig. Sehr interessant und definitiv günstiger als eine Haftpflichtversicherung für ein Jahr. Das sollte man in Deutschland vielleicht auch mal einführen. Ein bisschen Weihwasser unter die Motorhabe und schon fährt man unfallfrei… Glaube versetzt ja bekanntlich Berge!

autoweihung copacabana bolivia fiesta de la virgen

Die Autoweihung

copacabana titicaca bolivia ausblick cerro calvario

Die Copacabana in Brasilien – der wohl bekannteste Strand der Welt – soll seinen Namen übrigens vom bolivianischen Copacabana abgeschaut haben. Ob das stimmt weiß man nicht so genau, denn Beweise gibt es keine. 🙂

Die weiße Basilika im Zentrum

Die Auswahl an Sehenswürdigkeiten ist eher begrenzt. Wir haben der weißen Kathedrale, welche der „Virgen de Copacabana“ gewidmet ist, einen kurzen Besuch abgestattet. In der Basilika kann eine Statue der heiligen Schutzpatronin besichtigt werden. Das Fotografieren war innen allerdings nicht erlaubt. 

Collage basilica copacabana bolivien

Die Basilica

copacaban pilger fiesta de la virgen cerro calvario titicaca bolivia

Tänze zu Ehren der Virgen de Copacabana

Rund um die Kathedrale stauen sich die bunt geschmückten Autos und warten auf ihre Segnung. Darunter auch jede Menge LKW’s und Taxis – auch deren Fahrer wollen eben keine Unfälle bzw. nicht das Risiko eingehen durch fehlende Segnung einen Unfall provozieren. 🙂

Fazit

Da wir Puno auf der peruanischen Seite des Titicacasees nicht gesehen haben, können wir hier keinen Vergleich ziehen. Da aber viele Traveller mehrheitlich Puno als „furchtbar“ und Copacabana als „viiiieeel schöner“ bezeichnet haben, nehmen wir an, dass Puno noch weniger sehenswert ist. Richtig gut gefallen hat es uns aber nicht. Die Aussicht vom Cerro Calvario auf die Bucht und den riesigen See ist atemberaubend. Die Gegend rund um den Titicacasee lädt zum Trekking ein und auch die Isla del Sol soll traumhaft sein. Die Festlichkeiten rund um die Virgen waren interessant mitanzusehen. Das war es aber auch schon. Ansonsten sollte man nicht zu viel von der bolivianischen Copacabana erwarten. Viel „Touristennepp“, wie bereits aus Peru bekannt ganz viel Müll, der leider einfach achtlos in die Natur und den Titicacasee geworfen wird und freundliche sowie weniger freundliche Menschen. 

bolivien frau titicaca see copacabana

Den Titikakasee allerdings muss man gesehen haben. Seine Größe ist unglaublich und wäre es nicht so kalt gewesen, wären wir am liebsten reingesprungen. 🙂

2 Kommentare

  1. Robert Seitz

    Super, einfach grandios, mal von der höhen Krankheit abgesehen. Schade,
    dass man in den Museen nicht photographieren darf. Wann darf ich nachkommen?

    Herzliche Grüße

    Robert

  2. Papageientaucher

    Hallo Robert,

    jederzeit 🙂
    Die Höhenkrankheit ist allerdings etwas auf das man gut verzichten kann 😉

    Ganz liebe Grüße
    Jessica

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.