La Paz – Hexenmärkte & Seilbahnen in Bolivien

Der höchstgelegene Regierungssitz der Welt

La Paz, der Regierungssitz Boliviens heißt eigentlich „Nuestra Señora de La Paz“. Was so viel bedeutet wie „Unsere liebe Frau des Friedens“. Eine faszinierende Stadt die einen an jeder Ecke überrascht. Auf einer Höhe von 3.200m bis 4.100m über dem Meeresspiegel gelegen hat die Stadt La Paz einen Höhenunterschied von beinahe 1.000m vorzuweisen. Und bedingt durch diese Besonderheit läuft hier einiges etwas anders als in anderen Städten.

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Der Flughafen von La Paz

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Flughafen El Alto

Als der höchstgelegene Flughafen der Welt, darf der Flughafen „El Alto“ sich bezeichnen. Flugzeuge die hier abheben, starten bereits auf halber Flughöhe. Wo hat man so was schon einmal? 🙂 Aufgrund der enormen Höhe, ist eine längere Start- und Landebahn nötig. Bestimmte Flugzeugtypen wie der A330 dürfen hier gar nicht landen. Die Luft ist einfach zu dünn.

 

Der Hexenmarkt – Mercado de Brujas

Nur ein paar Meter von unserem Hostal in der Innenstadt entfernt liegt der Hexenmarkt. Deshalb stolpern wir mehr oder weniger direkt nach Ankunft durch die Gasse der Hexen. Tote Lama-Säuglinge, winzig kleine bis etwas größere, hängen an den Markisen der Hexenläden. So viele! Wieso verkaufen sie tote Lama-Säuglinge? Ganz einfach – die Bolivianer glauben, dass diese Glück bringen. Wer in Bolivien ein Haus baut – und nicht gerade dem Tierschutzverein angehört, falls es hier so etwas gibt – vergräbt in den vier Ecken des Hauses beim Bau tote Lamababys. Diese sollen böse Geister und Unglück fernhalten. Ungünstig für die armen Lamas, müssen doch scheinbar sehr viele von Ihnen für die Geistervertreibung her halten.

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Der Eingang zum Hexenmarkt von La Paz

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Neben den besagten Lamas gibt es alles Erdenkliche an Kräutern, Medizin, San Pedro Kakteen und etliches anderes Nützliches hier zu kaufen. Auf jeden Fall lohnt es sich, einmal über den Hexenmarkt zu schlendern.

Seilbahn fahren und La Paz bewundern

La Paz telecabinas

in der Gondel

Während die deutschen Städte Freiburg und Villingen noch darüber nachdenken – hat’s La Paz einfach gemacht. Ein Verkehrsnetz bestehend aus Gondeln, quer über die Stadt.  Der seit 2006 amtierende Präsident Bolivien’s Evo Morales treibt den Ausbau des Seilbahnnetzes in La Paz voran. Insgesamt elf Seilbahnlinien sollen die Stadtteile verbinden. Ein Gesamtstreckennetz von 30 Kilometern – das gibt es bisher nicht und wird weltweit einmalig sein. Bisher sind sieben Linien aktiv. Vier weitere sollen in den nächsten Jahren folgen. Das reicht, um sich einen super Überblick über die Stadt La Paz zu verschaffen. Für 3 Bolivianos, umgerechnet 0,25€ löst man sein Ticket und fährt bis zur Endstation der Linie. Wer umsteigt muss allerdings ein neues Ticket lösen. Und dann geht’s los quer durch bzw. über die Stadt. Wir sind beispielsweise einfach in der Station, die zu unserem Hotel am nächsten lag, eingestiegen und von dort einfach losgegondelt. Bis zum Stadtteil „Zona Sur“, wo viele Expats leben und alles etwas ruhiger zugeht, waren wir ungefähr eine Stunde unterwegs. Wer das Glück hat, Donnerstags oder Sonntags in der Stadt zu sein, kann mit der Seilbahn wunderbar zum großen Markt in El Alto gondeln.

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Seilbahnen mitten durch die Stadt

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Über La Paz Häusermeer gondeln

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Nachtrag: Als wir am Abflugtag auf dem Weg zum Terminal in El Alto/La Paz waren, sahen wir übrigens die Gondeln für die neuen Linien. Die standen auf einer grünen Wiese auf dem Flughafengelände – noch frisch eingeschweißt – und warten darauf montiert zu werden. Es wird also nicht lange dauern bis die weiteren Linien in Betrieb genommen werden. 🙂

Calle Jaén – die Museumsstraße

calle jaen la paz bolivien

DIe Calle Jaén

In der Calle Jaen finden sich eine ganze Reihe interessanter Museen. Je nachdem was einen interessiert, kann man hier einen ganzen Tag verbringen. Folgende Museen haben wir uns angeschaut:

–  Museo de Instrumentos Musicales de Bolivia

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Ein Beuteltier zum Instrument verarbeitet

Wer Interesse an Musik aus aller Welt hat, sollte einmal einen Blick in dieses Museum  werfen. Allerhand Musikinstrumente, viele davon kann man selbst ausprobieren und eine freundliche Mitarbeiterin am Empfang. Wir haben ca. 1 Stunde hier verbracht und hatten Spaß daran die typischen bolivianischen Instrumente, wie zum Beispiel die Gürteltier-Rassel zu entdecken 🙂 Sehr empfehlenswert!

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– Museo de Oro oder „Museo de Metales Preciosos Precolombinos“

Hier sind viele Schmuckstücke aus Gold, Silber und Kupfer sowie Kleidung aus der Tiwanaku Kultur ausgestellt. War nicht so unser Fall, wird aber in jedem Reiseführer empfohlen, daher wollten wir es nicht unerwähnt lassen…

Casa de Murillo

Die Casa de Murillo, das ehemalige Wohnhaus des bolivianischen Freiheitskämpfers Pedro Domingo Murillo, beherbergt heute eine Art Museum. Im Obergeschoss kann man sein Arbeitszimmer besichtigen, indem angeblich die Revolution angezettelt wurde. Fotografieren ist hier, wie in vielen Museen, allerdings nicht erlaubt.

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Denkmal am Plaza Murillo, nahe der Calle Jaén

–  Coca Museum

Dieses Museum hat uns in La Paz am besten gefallen und wir können es absolut empfehlen. In der Calle Lineares in der Nähe des Hexenmarktes liegt es auch sehr zentral und jeder kommt hier während eines Aufenthaltes in La Paz mindestens einmal vorbei. Absolut empfehlenswert für jeden der sich für die Pflanze Coca und deren Tradition in Südamerika interessiert. Jeder nicht-spanisch-sprechende Besucher bekommt am Eingang ein kleines Büchlein (auch in deutsch) ausgehändigt in dem alle Erklärungen im Laufe des Rundgangs durch das Museum in der jeweiligen Sprache ausgeführt sind. Das Büchlein kann man danach kaufen. 

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La Paz‘ Zentrum

Restaurant-Tipp

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Prost! Bolivianisches Bier nach deutschem Reinheitsgebot

Wer das bolivianische Essen mit Pollo und Arroz (Hähnchen und Reis) nicht mehr sehen kann – der sollte das „Little Italy“ in der Calle Tarija ansteuern. Wir sind eher zufällig dort gelandet und waren positiv überrascht. Die Lasagne mit echter Bechamelsauce war ein Traum und hat uns unheimlich glücklich gemacht 🙂 Auch die Pizza war super lecker und beinahe original italienisch. Frieren muss man hier auch nicht, während man auf das Essen wartet. Es gibt Heizpilze mitten im Raum. In Bolivien eher eine Seltenheit.

 

La Paz und die Höhe

Wie bereits erwähnt liegt La Paz ja auf einer Höhe zwischen 3.200m und 4.100m. Nun waren wir die Höhe ja bereits gewöhnt. Nach Monaten in Ecuador und Peru, wo viele Orte bzw. Städte über 2.000m liegen, dachten wir, wir wären ausreichend akklimatisiert. So kann man sich täuschen. Nach zwei Tagen in La Paz hat es erst mich erwischt, dann 2 Tage später Sebastian. Die Höhenkrankheit! Wir vermuteten zunächst eine Lebensmittelvergiftung oder Parasiten. Oder beides. Von schlimmsten Bauchkrämpfen, über Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost und Durchfall über zwei Tage hinweg, hatten wir das volle Programm. So verpassten wir leider die Ruinenstätte Tiwanaku und die Biketour entlang der Death Road, denn der Weiterflug nach Sucre war bereits gebucht. Die schlimmsten Symptome ließen dann zwar nach ein paar Tagen nach, aber richtig gesund fühlten wir uns auch danach nicht. Sobald wir allerdings die Höhe hinter uns ließen und eine Woche später in Santa Cruz de la Sierra (im Flachland auf nur 400m Höhe) aus dem Flieger stiegen, waren die Symptome schlagartig verschwunden.

Bilder von uns – kämpfend mit der Höhe – gibt es übrigens nicht. Die ersparen wir euch 😉

Beitragsbild La Paz bolivien gondeln sonnenuntergang

Sonnenuntergang über La Paz

2 Kommentare

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