Mexico City – Megametropole im Land der Kakteen

Eine Stadt, so groß wie ein Land

Mexico City Centro Touribus

Über 20 Millionen Menschen leben in der Metropolregion Mexico City. Das sind 3 Millionen mehr als in Österreich und der Schweiz zusammen genommen leben. Eine unvorstellbar große Stadt. Wir landen spät Abends. Schon aus dem Flugzeug kann man die Größe Mexico City’s erahnen – aussicht mexico city von torre latinounglaublich lange fliegen wir über ein wahres Lichtermeer, bevor wir am internationalen Flughafen in Mexico City landen.

Bis Mitternacht wollten wir eigentlich im Hotel sein (man weiß ja nie wie ernst die Hotels das mit der 24-Stunden-Rezeption nehmen) doch daraus wird leider nichts. Am Gepäckband rollen die ersten Koffer raus. Jessicas Backpack kommt auch gleich angerollt. Auf Sebastians warten wir noch – und warten und warten, wie ein paar wenige Passagiere. Das Gepäckband wurde angehalten. Wir hören Hundegebell von draußen und sehen durch das Milchglas schattenhaft die Polizei mit mehreren Hunden am Gepäck entlanglaufen. Die Hunde scheinen etwas gefunden zu haben. Einigen ebenfalls wartenden Passagieren bricht so langsam der Schweiß aus. 

Ungefähr eine halbe Stunde später rollt das Gepäckband wieder an. Da waren aber einige froh, als sie ihren Koffer vom Band ziehen konnten 🙂 Auch Sebastian’s Backpack kam irgendwann doch noch angerollt.

Wieso eigentlich Mexico (City)?

am zocalo in mexico city

Am nächsten Morgen sind wir immer noch ziemlich erschlagen vom langen Flug und dem mehrmaligen Umsteigen. Es ist eben doch kein Katzensprung von Bolivien nach Mexico. Wieso eigentlich Mexico? Näher wären Argentinien, Chile und Paraguay gelegen. Nur leider herrscht dort ja gerade südamerikanischer Winter. Gefroren haben wir in Südperu und Bolivien (bis auf Santa Cruz) erstmal genug. Also machen wir einen „kleinen“ Sprung in den Norden und machen Sommerpause in Mexico 🙂

Touribus Mexico CityUm uns erstmal einen Überblick über diese riesige Stadt zu verschaffen starten wir mit dem Touriprogramm – eine Sightseeing Tour mit dem Doppeldecker Touri Bus. Der Ticketpreis für 2 Tage ist nicht übermäßig teuer und man kann sich gemütlich durch die Stadt fahren lassen um einen ersten Überblick zu bekommen. Die Infos die man (sogar in Deutsch) über die Headphones im Bus bekommt sind ganz interessant. Wenn die Headphones und die Anschlüsse im Bus funktionieren – das war leider nicht immer der Fall. Leider steht man auch recht oft im Großstadtstau. Kein Wunder bei so vielen Autos. Das ist am Wochenende dann etwas besser. Nur leider fahren dann auch viel mehr (mexikanische) Touristen mit und die Busse sind viel voller.

Verkehr Mexico City Centro Touribus

Verkehr in Mexico CityCollage Murales Mexico City 2

Der zentrale Platz – Plaza de la Constitutión (Zócalo)

zocalo mexico cityDer Zocalo mitten in Mexico Citys Zentrum gehört zu den größten Stadtplätzen der Welt. Seine Ausmaße sind gigantisch – er misst 235m in Ost-West- und 215m in Nord-Süd-Richtung.

Am Zocalo befinden sich der Templo Mayor, das Rathaus der Stadt, die Kathedrale Metropolitana und der Palacio Nacional. Wir haben Glück! Gerade sind mitten auf dem Platz zwei riesige Festzelte aufgebaut in denen Aussteller aus Oaxaca (Bundestaat südlich von Mexico City) zwei Wochen lang ihre Handwerkswaren und Oaxaca-typischen Gerichte anbieten.

Der Nachteil während der Ausstellung in Mexico City gewesen zu sein – Wir haben kein Bild vom großen Platz ohne Festzelte…

Zocalo Mexico City 3

Am Plaza de la Constitución in Mexico City

Zocalo Ausstellung Mexico City

Ausstellung auf dem Zocalo

palacio nacional mexico city zocalo

Der Palacio Nacional, der Regierungssitz in Mexico City

Zocalo Mexico City 2

Das Frida Kahlo Museum 

frida kahlo portrait casa azul mexico city

Frida Kahlo

Hast du den Film „Frida“ über Mexico’s bekannteste Malerin Frida Kahlo gesehen? Dann solltest du dir das Frida Kahlo Museum anschauen.

In Coyoacán, einem Stadtteil in Mexico City, wurde im ehemaligen Wohnhaus der Malerin und Ihres Mannes Diego Rivera (ebenfalls bekannter Maler) ein Museum eingerichtet. Zu sehen sind in der Casa Azul etliche Werke der Malerin sowie die originalen Einrichtungsgegenstände. Auch ihre Kleider und beispielsweise ihr Rollstuhl sind ausgestellt. Frida Kahlo wurde mit 18 Jahren Opfer eines Busunglücks und litt seitdem lebenslang unter schweren Schmerzen.

Unbedingt genug Zeit für das Museum und auch Wartezeit einplanen. Als wir zwei Stunden vor Schließung an der „Casa Azul“ ankamen mussten wir uns in eine riesige Schlange an Wartenden einreihen. Aber es lohnt sich!

Leider durfte man drinnen nicht fotografieren, weshalb es an dieser Stelle keine Fotos vom Haus selbst gibt. Schaut es euch einfach selbst an 🙂

Museum Frida Kahlo Mexico City Casa Azul

Die Casa Azul – das Frida Kahlo Museum

Collage innenhof casa azul frida kahlo museum mexico city

Der wunderschön angelegte Innenhof der Casa Azul. Auf dem Schildchen rechts sieht man Diego Rivera, Frida’s Mann – er sagte einmal: „Mrs Frida Kahlo, alias the loveliest of them all, the little girl who means more than life itself to me.“

Bosque de Chapultepec im Herzen von Mexico Stadt

Auf dem Weg zum Anthropologischen Museum kamen wir durch den riesigen Stadtpark Chapultepec. Der 4 Quadratkilometer große Park ist die größte Grünanlage von Mexico Stadt und beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen. Das wissen auch die etlichen lautstarken Verkäufer im und um den Park die unter anderem die Lieblingssnacks der Mexikaner – Papas Fritas mit Salsa und die allgegenwärtige Coca-Cola verkaufen. Es gibt zwei Seen im Park, von denen einer leider giftgrün geschimmert hat und nicht sonderlich zum Verweilen einlud. Auch Boote in Schwanenform kann man hier ausleihen. Uns haben vor allem die vielen überhaupt nicht scheuen Eichhörnchen gefallen, die im Vergleich zu ihren europäischen Verwandten riesig sind.

Eichhörnchen Chapultepec Park Mexico City Mexico

See im Chapultepec Park Mexico City

Der giftgrün schimmernde See im Chapultepec Park

Collage Eichhörnchen Chapultepec Park Mexico City

Nationalmuseum für Anthropologie

Das anthropologische Museum ist ein Muss für alle, die sich für die Geschichte und Entstehung des heutigen Mexico interessieren. Das Museum ist, wie offenbar alles in Mexico City, riesig und man kann Stunden durch die etlichen Säle und Ausstellungsräume des Museums marschieren in denen Nachbildungen und viele originale archäologische Fundstücke ausgestellt sind. Leider sind oftmals nur spanische Erklärungen neben den Exponaten zu finden, was es dem nicht des spanischen mächtigen Besucher teilweise etwas schwer machen kann, die Hintergründe und Bedeutungen des Ausgestellten zu verstehen. Nichtsdestotrotz ist das Museum einen Besuch wert!

anthropologisches museum mexico cityCollage Murales Mexico City 2

Collage anthropologisches museum mexico city

Bei den Köpfen handelt es sich um einen sogenannten Tzompantli. Das Bild unten links zeigt Fundstücke aus Obsidian.
Wer fühlt sich noch an Game of Thrones erinnert? 🙂

Aussicht über die Stadt vom Torre Latino

Wenn man sich mitten in Mexico City aufhält und durch die schön begrünten Straßen schlendert, werden einem die Ausmaße dieser Megametropole gar nicht so richtig bewusst. Die Stadt unterteilt sich in viele kleine Städte, wobei die Übergänge fließend sind. Da gibt es Aussicht Torre Latino auf Mexico City 3Coyoacan, das Künstlerviertel im Süden (wo sich das Frida Kahlo Museum befindet), die Zona Rosa – das neue Stadtzentrum, die Viertel Condesa und Roma – die ganz beliebte Wohnviertel bei den jungen Einwohnern darstellen und etliche schöne Bars und Restaurants beherbergen – und das Centro, das historische Stadtzentrum. Wer alles überblicken will, der fährt mit dem Aufzug in den 44. Stock des Torre Latino. Von diesem Wolkenkratzer kann man dann einmal die Stadt von oben betrachten.

Aussicht Torre Latino auf Mexico CityAussicht Torre Latino auf Mexico City

Die Überreste des Templo Mayor

„Der Templo Mayor war der wichtigste und größte Tempel der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán, des heutigen Mexiko-Stadt. Der im heiligen Bezirk der Stadt gelegene Tempel besaß eine Höhe von rund 60 Metern. Auf seiner Spitze trug er zwei Schreine, die den Göttern Huitzilopochtli und Tlaloc geweiht waren. Zahlreiche kleinere Plattformen und Bauten, die mit dem Tempel verbunden waren, bildeten mit ihm zusammen einen geschlossenen Gebäudekomplex. Eine der zum Tempel hinführenden Plattformen wurde mit einem Stuckrelief geschmückt, das ein Tzompantli darstellte, also eine Art Gestell aus menschlichen Schädeln. Der Templo Mayor wurde mehrmals vergrößert, im Jahre 1487 zum letzten Mal vor seiner Zerstörung.“ (Quelle: Wikipedia)

templo mayor große pyramide am zocalo mexico city

Eine Darstellung der großen Pyramide von Tenochtitlán (ca. 60 Meter hoch)

Collage templo mayor

Im Hintergrund ist die Kathedrale von Mexico City zu erkennen, die die Spanier nach der Zerstörung des Templo Mayors  aus eben den Steinen der zerstörten Pyramide bauten.

templo mayor mexico city

zwischen den Bauschichten der Pyramide

templo mayor mexico city zeichnungen

gut erhaltene Zeichnungen im Tempel

„Während der spanischen Eroberung Mexikos töteten die Spanier im Hof des Tempels zwischen sechshundert und acht- bis zehntausend Menschen, unter ihnen hauptsächlich unbewaffnete Adelige und Priester, die sich dort zu einer Prozession versammelt hatten. Nach der Eroberung selbst wurde der Tempel 1521 von den Spaniern zerstört.“ (Quelle: Wikipedia)

maske im museo templo mayor mexico city

Maske im Museum des Templo Mayor

Wäre der Tempel 1521 nicht von den Spaniern zerstört worden, könnte man ihn heute noch am Zocalo mitten in Mexico Stadt bewundern. Sehr schade! Ein Team von Archäologen konnte 1978 glücklicherweise immerhin einen vierstufigen Unterbau des Tempels freilegen. Das ganze Ausgrabungsareal gehört heute zum Museo del Templo Mayor. Wir wollten eigentlich nur mal kurz reinschauen und blieben mehrere Stunden bis zur Schließung. 

darstellung templo mayor mexico city museum

im Museum ausgestelltes Fundstück: El Cuerpo de la Diosa, eine Darstellung der Göttin Tlaltecuhtli

Überreste Templo Mayor Mexico City

Fazit 

Man stellt sich Mexico Stadt als ein riesiges Moloch vor, voller Menschen, Autos und Abgasen und wie in jedem Reiseführer erwähnt – auch gefährlich. Sicherlich sollte man sich nicht spätnachts in den dunklen Gassen der Stadt herumtreiben. Auch schmuckbehangen und mit Wertgegenständen in den Taschen sollte man vielleicht lieber nicht unachtsam durch Mexicos Straßen schlendern. Das sollte man aber generell nicht tun. Wir haben uns jedenfalls, außer in der Metro zur Feierabendzeit (da wird es RICHTIG eng) nie unwohl oder nicht sicher gefühlt.

Mexico City Centro Mann schläftDer Verkehr in Mexikos Zentrum ist zu den Hauptverkehrszeiten tatsächlich kurz vorm Infarkt. Doch die Stadt ist an allen Ecken grün, viele alte hohe Bäume ragen überall in die Luft und die Menschen sind freundlich. Auch die Straßenverkäufer sind nicht aufdringlicher als anderswo. Eher kamen sie uns recht gelassen vor.

Wir haben wahnsinnig lecker gegessen. Die Tlayudas (eine Art mexikanische Pizza) und die an jeder Straßenecke zu bekommenden Tacos sind superlecker und günstig. Gefrühstückt haben wir mehrmals im „Café Nin“ in der Zona Rosa, das praktisch gegenüber von unserem Appartement lag. Absoluter Tipp für ein leckeres Frühstück in Mexico City. Wir haben in den 6 Tagen in Mexiko Stadt nur die für uns interessanten Sehenswürdigkeiten angeschaut. Wenn man alles sehen möchte und vielleicht Museumsliebhaber ist, reichen einem wahrscheinlich nicht einmal 2 Wochen um alles gesehen zu haben. Eine unfassbar große aber liebenswerte Stadt.

Collage murales mexico city

Wandgemälde in Mexico City

2 Kommentare

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