Teotihuacán – Wo sich die Götter trafen

Teotihuacan Gedicht aus Codex Florentinus

Nach mehreren Tagen in Mexico City machen wir uns auf zum Must-See-Umgebungsziel. Die archäologische Stätte Teotihuacán liegt nur 50km außerhalb von Mexicos Hauptstadt und eignet sich super als Tagesausflug. Natürlich wollen auch wir unbedingt die berühmte Sonnen- und die Mondpyramide sehen. Mit einer Kombination aus Metro & Bus geht das einfach. Die Metro Linie 5 bis „Autobuses del Norte“ nehmen und dort ein Ticket für den Bus nach Teotihuacán lösen – wer kein Spanisch spricht – „los Piramides“ reicht vollkommen aus und der Ticketverkäufer weiß Bescheid 😉 (Metro kostet 5 Pesos, Busticket Hin- und Rückfahrt 104 Pesos). Nach ca. 1 Stunde hält der Bus direkt am Eingangstor zu Teotihuacán.

Kakteen und Pyramiden

Kaktus in TeotihuacanTeotihuacán gehört zu den meistbesuchten und bedeutendsten archäologischen Stätten in Mesoamerika. Während seiner Blütezeit zwischen 200 bis 500 n. Chr. war Teotihuacán mit geschätzten 200.000 Einwohnern die größte Stadt des alten Amerika. Die Größe Teotihuacáns kann man, selbst direkt vor Ort, gar nicht richtig begreifen. Ganze 22 Quadratkilometer groß und nur 4 Quadratkilometer davon wurden bisher ausgegraben und/oder restauriert. Man fragt sich ob unter den umliegenden grünen Hügeln (die verdächtig oft die Form von Pyramiden haben) nicht auch noch unentdeckte oder vielleicht bereits sehr wohl entdeckte Azteken-Stätten auf ihre Ausgrabung und Wiederentdeckung warten.

Teotihuacan Anlage Mexico

Teotihuacan, im Hintergrund die 70m hohe Sonnenpyramide und die 43m hohe Mondpyramide

Collage teotihuacan tempel

Der Quetzalcóatl-Tempel:  Quetzalcóatl war der „Urgott“ und bedeutet „die gefiederte Schlange“ – im zu Ehren wurde diese Pyramide errichtet.

Die Sonnenpyramide

Der wohl beeindruckendste Bau in Teotihuacán ist die 70 Meter hohe Sonnenpyramide. Der Aufstieg ist ganz schön schweißtreibend, in der prallen Sonne und bei knapp 30Grad kein Spaß, aber wenn man schon mal hier ist, will man ja auch hoch 🙂 Die Sonnenpyramide wurde nach heutigen Erkenntnissen etwa um Christi Geburt erbaut und mindestens zwei Mal durch Ummantelungen vergrößert(wie auch der Templo Mayor in Mexico City). Beim Bau der Sonnenpyramide bewiesen die Erbauer erstaunliche astronomische Kenntnisse, denn an genau zwei Tagen im Jahr (am 20. Juni zur Sonnenwende und um den 21. März zur Tagnachtgleiche) entstehen auffällige Konstellationen von Fluchtlinien aufgrund der Ausrichtung nach der Sonne.

Sonnenpyramide ansicht von vorne teotihuacan

Die gewaltige Sonnenpyramide

Collage Sonnenpyramide

Vor der riesigen Sonnenpyramide und während dem Aufstieg

Ausblick von der Sonnenpyramide teotihuacan mexico city

Endlich oben! Ausblick von der Sonnenpyramide

Wer waren die Erbauer Teotihuacán’s?

Teotihuacán ist Aztekisch und bedeutet übersetzt „Heimat der Götter“. Als das Volk der Azteken die Stätte in Teotihuacán um 1200 rum entdeckte, waren die Pyramiden bereits mindestens 500 Jahre verlassen. Wer sie erbaut hat ist unbekannt, doch für die Azteken war klar, dass es sich um die Hinterlassenschaften von übernatürlichen Wesen handeln musste. So ernannten sie die Stadt zur „Heimat der Götter“. Tatsächlich ist nur sehr wenig zu Teotihuacán‘s Entstehung bekannt bzw. von der Forschung gesicherte Erkenntnisse sind rar. Klar ist nur, dass eine steinzeitliche Gesellschaft auf offenbar höchster Entwicklungsstufe Teotihuacán erbaut und bewohnt hat.

Tempel teotihuacan blumenwiese mexico

teotihuacan tempel anlage

calzada de los muertos straße der toten teotihuacan

Die Straße der Toten mit den links und rechts aufragenden Tempeln

Teotihuacan Verkäufer Tempel

Ein Aufstieg der sich lohnt

Durch das Gelände zieht sich eine zwei Kilometer lange Straße. Die Calzada de los muertos – die Straße der Toten. Es ist so heiß auf dieser Straße, dass wir schon überlegen ob die Straße wohl ihren Namen den der Hitze zum Opfer gefallenen Toten verdankt. Puhh, die zwei Kilometer bis zur Mondpyramide an Ihrem Ende ziehen sich. Doch es lohnt sich. Die Mondpyramide ragt vor uns in den Himmel. Man kann sogar, wie schon bei der Sonnenpyramide nach oben steigen und hat einen wunderbaren Ausblick auf die Straße der Toten und die Sonnenpyramide.

straße der toten teotihuacan

mondpyramide teotihuacan

Die Mondpyramide am Ende der Straße der Toten

Ausblick von der Sonnenpyramide in Teotihuacan Mexico Straße der Toten

Fazit

Teotihuacán gehört nicht umsonst zu den meistbesuchten archäologischen Stätten in Mexico. Die Anlage ist riesig und man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Allerdings sollte man unbedingt die Mittagshitze meiden und so oder so genügend zu trinken und ggfs. Verpflegung mitbringen. Mittags die lange Straße der Toten entlang zuwandern ist wahnsinnig anstrengend. Am besten direkt zur Öffnung am Eingangstor sein und die kühlen Morgenstunden nutzen. Eine geführte Tour ist unserer Meinung nach nicht nötig – man kann sich gut vorab einlesen und ohne Guide ist die Erkundung auch viel entspannter. Und man hat mehr Zeit für witzige Fotos 🙂

teotihuacan blumenwiese

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