Oaxaca – das wahre Mexiko

Collage Oaxaca

Warum schwärmen eigentlich alle Traveller von Oaxaca? 

Oaxaca-Stadt, die Hauptstadt des gleichnamigen Staates, liegt 520km von Mexico City entfernt auf 1540m Höhe. Wer die nahen Badeziele am Pazifik wie Puerto Escondido oder Zipolite

Oaxaca Mexiko Santo Domingo Kirche

Kirche Santo Domingo in Oaxaca

ansteuern will oder tiefer ins Hinterland reisen möchte, legt am besten einen Zwischenstopp in Oaxaca Stadt ein. Doch was macht Oaxaca so besonders? 

Während man durch Oaxaca schlendert kommt man an etlichen wunderschön farbig gestrichenen Häusern vorbei. In allen Farben strahlen einem die Gebäude entgegen. So wie man sich Mexiko eben vorstellt. Am Zócalo (Plaza de la Constitutión) im historischen Zentrum erwartet einen ein typisch mexikanischer Platz mit uralten Bäumen, schönen schattigen Sitzgelegenheiten außen herum und einem Pavillon in der Mitte von dem Lichterketten zu den umliegenden Bäumen gespannt sind. Die Lichterketten erstrahlen Abends dann übrigens in den Mexikanischen Farben Grün, Rot und Weiß. Alles bereit für die nächste mexikanische Fiesta!

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Oaxaca Zentrum

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In den Straßen Oaxaca

Oaxaca hat viele schöne Plätze um einfach dem mexikanischen Leben zuzuschauen. Die Temperaturen sind angenehm (um die 20Grad) und die Sonne scheint. Zur Siesta Zeit (zwischen 14:00h und 16:00h) werden die Läden geschlossen, Rollläden herunter gelassen und fast alle Museen und Kirchen schließen ihre Pforten. An die Siesta hält man sich hier noch sehr genau.

Eine Stadt zum Bleiben und Wohlfühlen. Viele Sehenswürdigkeiten wie Kirchen oder Museen gibt es nicht, doch das „Sehenswürdigkeiten abhaken“ haben wir eh schon lange hinter uns gelassen. Wer aber doch etwas unternehmen möchte in Oaxaca, dem seien die folgenden Tagesausflüge ans Herz gelegt. 

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Oaxaca

Ausflüge rund um Oaxaca

Monte Alban & seine Tänzer

Mal wieder muss man sehr früh los, um sich nicht in der Mittagshitze zwischen Pyramiden rösten zu lassen 🙂 Monte Alban ist angeblich die größte und schönste aller Zapoteken-Stätten. Die einstigen Zapoteken Fürsten beherrschten von Monte Alban aus, das Tal von Oaxaca und zeitweise sogar das ganze südwestliche Mexiko. Erbaut wurde Monte Alban in mehreren Epochen, während die Gründungsepoche um die Jahre 500 – 100 vor Christus datiert. Nach Monte Alban kommt man von Oaxaca ganz einfach – gegenüber des Hotels Rivera de Angel bietet ein kleines Büro alle halbe Stunde die Fahrt nach Monte Alban für ca. 30 Pesos (hin und zurück) an.

Monte Alban Mexiko Ausflug Oaxaca

Monte Alban

Nach einer kurzen Fahrt im Minibus ist man auch schon in Monte Alban. Direkt neben dem Tickethäuschen befindet sich das Museum von Monte Alban. Wir haben uns das für den Schluss aufgehoben, was sich als gute Entscheidung entpuppt hat. Also rauf zu den Pyramiden! Um den Hauptplatz, den Gran Plaza, verteilen sich mehr als 20 Gebäude und Pyramiden. Von der größten Pyramide aus, kann man herrliche Panoramafotos machen. Besonders morgens! 

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Charakteristisch für Monte Alban sind die vielen Steinplatten, die die sogenannten Danzantes (Tänzer) zeigen. Viele der Steinplatten finden sich rund um einen Gebäudekomplex sowie im Museum. Das Besondere: Diese Reliefplatten zeigen durchweg Männer mit verdrehten Gliedmaßen, was dann aussieht als würden sie tanzen. Tatsächlich erkennt man bei vielen auch (genitale) Verstümmelungen, weshalb die Theorie der Tänzer wohl mittlerweile beigelegt wurde. Wahrscheinlicher ist, dass gefolterte oder geopferte Kriegsgefangene dargestellt wurden. Die Theorie mit den Tänzern ist irgendwie freundlicher.

Collage Danzantes Monte Alban

Die „Danzantes“ – die Tänzer

Nach einigen Stunden in der prallen Sonne hatten wir dann alles gesehen. Die Beschreibungen neben den Ausgrabungen waren sogar auch auf Englisch – doch bei über 30Grad mag man dann doch nicht jede ausführlich lesen. Wir schauten auf dem Weg nach draußen noch kurz im Museum vorbei. Das war zwar klimatisiert, aber ansonsten nicht sonderlich beeindruckend. Aber Museum hin oder her. Monte Alban hat uns beeindruckt. Die Aussicht auf die Anlage und die umliegenden Täler ist grandios. Einen Tag sollte man sich also freihalten – für Monte Alban und seine Tänzer 🙂

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sensationeller Ausblick auf Monte Alban

 

Tule, Mitla & Mezcal

Die Gegend um Oaxaca ist voll mit Sehenswürdigkeiten, ob natürliche oder vom Menschen gemachte. Da gäbe es eine 2.000 Jahre alte Zypresse in Santa Maria del Tule. In der Zapotekenstadt Mitla wartet ein UNESCO Weltkulturerbe darauf besichtigt zu werden. Und dann gibt es da noch die versteinerten Wasserfälle „Hierve del Agua“. Das wollten wir alles sehen. Und das möglichst günstig und an einem Tag von Oaxaca aus. Kurzum buchten wir uns für eine Tour ein, was wir sonst wirklich sehr selten machen. ABER in diesem Fall schien uns das durchaus Sinn zu machen. Ob es sich lohnt, liest du gleich 🙂

Am Morgen wurden wir pünklich um 10:00h am Hotel abgeholt und nachdem alle Touris eingesammelt wurden ging es im Minivan los. Der Fahrer hatte eindeutig ein Faible für die 90er. Zu den Klängen von Britney Spears und Take That ging es raus aus der Stadt und auf den Weg zum ersten Stop – zum „Arbol del Tule“.

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El Tule – im Hintergrund die riesige Zypresse

1. Stop: Arbol del Tule

Dieser riesige Baum verschlägt uns kurz die Sprache. Der Umfang beträgt 58m – um diesen Baum mit Händen zu umspannen, bräuchte es sage und schreibe 30 (!) Menschen. Das Alter dieser riesigen (42m hohen) Zypresse wird auf 2.000 Jahre geschätzt. Die Eintrittsgebühr war günstig, unbedingt reingehen braucht man aber nicht, da man den Baumriesen auch gut von außerhalb sehen kann.

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Der riesige Baum von Tule

In dem riesigen verwachsenen Baumstamm kann man mit etwas Phantasie so einige Tierfiguren erkennen, beispielsweise einen Elefanten, einen Fisch oder einen Löwen.

2. Stop: Teotitlán del Valle

Nachdem unser Tourguide nach einiger Zeit am Arbol del Tule wieder alle eingesammelt hatte, ging es weiter zum nächsten Stop. Jetzt kamen wir auch zu den Punkten die Sebastian und mir im Vornherein eher nicht so zugesagt haben. Die Rede war (neben der Mezcal Fabrik) von Teotitlán del Valle. Dieses kleine Dorf ist vor allem für seine Webkultur bekannt. Infolge dessen gibt es in Teotitlán einige Webereien, die von Touristengruppen während einer Tagestour angefahren werden.

Zum einen wird die Webkunst und der Herstellungsprozess vorgeführt, zum Andern soll natürlich auch etwas (an die Touristen) verkauft werden. Wir hatten darauf keine so große Lust, haben uns die kleine Show aber doch einmal angeschaut. Im Prinzip war es doch recht interessant einmal zu sehen, wie die Garne eingefärbt werden und anschließend durch den Webprozess die fertigen Waren entstehen. Gekauft hat aus unserer Gruppe niemand etwas. Trotzdem waren alle sehr freundlich. Daher – nicht so schlimm wie erwartet 🙂

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Diese nette Dame und der Herr im Hintergrund erklärten uns wie das denn so funktioniert – mit dem Weben

3. Stop: Mezcal Fabrik

Yeah, Freigetränke für Alle! 🙂 Noch so ein Stop, den wir eigentlich nicht gebraucht hätten. Wir fragten sogar beim Tourveranstalter vorher ob es denn keine Touren ohne Mezcal- und Webfabrik gäbe. Natürlich gibt es keine. Also auf zum Stop Nr. 3 der da eine Mezcal Fabrik wäre. Ein Familienunternehmen braut hier bereits seit Jahrzehnten (oder schon seit Jahrhunderten) Mezcal auf die traditionelle Weise. Ein netter Mitarbeiter erklärt uns den Herstellungsprozess, angefangen bei der Verarbeitung der Kakteen bis zum fertigen Mezcal. Anschließend gab es natürlich die heiß ersehnte Verkostung. Die Mitarbeiter ließen sich nicht lumpen –  es gab um die 15 verschiedene Sorten. Und es gab auch tatsächlich einige aus unserer Gruppe, die ALLE probieren wollten und konnten. Na dann – Prost! Insgesamt eine ganz nette Tour. Mezcal-Liebhaber sind wir deswegen aber nicht geworden. Verdammt starkes Zeug! 🙂

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Mezcalverkostung

4. Stop: Mitla

Auf zum nächsten Stop. Etwas holprig ging es weiter. Einige der Mezcal Freunde verdauten im Minibus noch Ihre Kostproben während wir uns Mitla näherten. Angekommen muss man erst mal an etlichen Verkäufsständen vorbei, um zur Palastanlage von Mitla zu kommen. Die archäologische Stätte von Mitla ist lange nicht so eindrucksvoll wie die Monte Albans. Nachdem die Zapoteken etwa 750 n. Chr. Monte Alban verlassen hatten, entwickelte sich Mitla zum neuen religiösen Zentrum im Oaxaca Tal. Die Anlage von Mitla sticht vor allem durch ihre wunderbaren Steinmosaike hervor,  von denen man noch nicht genau weiß, wer diese eigentlich erschaffen hat. Die Experten sind sich uneinig ob es nun die Zapoteken oder die Mixteken waren.

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Steinmosaike in Mitla

Auf jeden Fall sind die geometrischen Dekore absolut perfekt ausgearbeitet und noch sehr gut erhalten. Laut Reiseführern ist die Palast-Fassade von Mitla eine der schönsten in ganz Mexiko. Unter den Palastanlagen befinden sich übrigens mehrere Grabkammern. Zwei davon kann man kriechend über Außenzugänge erkunden. Aber Achtung – nichts für hochgewachsene Leute oder Menschen mit Platzangst.

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Die Palastanlagen von Mitla

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Mitla

5. Stop: Hierve el Agua

Hierve el Agua bedeutet übersetzt „kochendes Wasser“. Angeblich nutzten schon die Zapoteken dieses Naturwunder für Ihre Zwecke. So kann man sich gut vorstellen, dass in diesen natürlichen Becken schon die Zapoteken gebadet haben. Das Wasser ist angenehm warm und an mehreren Stellen blubbert es und die „Ojos de Agua“ speien von Zeit zu Zeit kleine Minifontänen aus. Von den Becken aus kann man den versteinerten Wasserfall bewundern. Wir haben hier ca. 1 Stunde verbracht. Gegen Ende (wir waren am späten Nachmittag dort), wurde es dann auch etwas leerer und nur noch wenige Touristen turnten für das perfekte Foto an den Abgründen herum. Der Weg zurück zum Parkplatz ist etwas beschwerlich, es geht 2,5 km wieder bergauf und mit FlipFlops ist man für den steinigen Weg nicht sonderlich gut ausgerüstet. 

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eines der natürlichen Becken bei Hierve el Agua

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Der vesteinerte Wasserfall

Hierve el Agua Aussicht Oaxaca Tagesausflug Mexiko

natürliches Becken

Fazit

Puhh! Nach so viel Programm an nur einem Tag waren wir ganz schön platt. Wir buchen solche Touren ja eher selten, meistens organisieren wir uns lieber selbst die Fahrten mit Bus oder Collectivo und sind unser eigener Führer. Trotzdem hat diese Tour für uns Sinn gemacht und wir würden es noch einmal buchen. Der Preis war angemessen – wir haben 200 Pesos pro Person bezahlt, wissen aber, dass andere bis 400 Pesos bezahlt haben. Gegen Mittag wurde ein Restaurant angefahren, dessen Buffet allerdings nicht im Tourenpreis inbegriffen war. Doch hätten wir einen Transport, wenn auch nur zu den 3 wichtigen Stops (ohne Mezcal Fabrik und Weberei) gebraucht, hätten wir mindestens so viel gezahlt wie für die komplette Tour. So haben wir alles an einem Tag gesehen und hatten sogar immer kleine Führungen mit dabei. Insgesamt also empfehlenswert! 

Über den Musikgeschmack des Fahrers ließ sich allerdings streiten. Auf dem Weg zurück lief ein paar Mal „Staying Alive“ und again Britney Spears, die lautstark von unserem Fahrer beim Singen unterstützt wurde 🙂

Hierve el Agua schwimmen Tagesausflug Oaxaca Mexiko

schwimmen mit Aussicht bei Hierve el Agua

6 Kommentare

  1. Guenter Martin

    Toll geschriebener Bericht über Oaxaca,so hatten wir es auch erlebt. Wir hatten auch die Tour zum
    versteinerten Wasserfall gemacht, ganz tolle Gegend.

    • Papageientaucher

      Die Gegend um Oaxaca hat aber auch so viel zu bieten. Oaxaca und San Cristobal haben uns in Mexiko am besten gefallen 🙂

  2. Ilona Marten

    Jessi, das hast du wieder toll geschrieben! Eure Beiträge zu lesen macht einfach Spaß und Lust auf mehr! 🙂

  3. Darf ich fragen in welchem Zeitraum ihr dort wart und wie die Temperaturen so waren? LG, Daniel

    • Papageientaucher

      Hallo Daniel,

      wir waren von Mitte bis Ende September in der Gegend um Oaxaca. Wir hatten für mexikanische Verhältnisse recht angenehme Temperaturen. Also gerade morgens und abends recht „frisch“ bei um die 20 Grad, tagsüber erreichte das Thermometer die 30 Grad Marke. Was aber aushaltbar war. Auf der Yucatan Halbinsel war es dann erheblich heißer und nicht mehr angenehm. Ansonsten bzgl. Wetter – wir hatten keinen Regen – höchstens mal abends für ein paar Minuten.

      Viel Spaß in Oaxaca – die Gegend ist ein Traum! 🙂

      Liebe Grüße
      Jessica & Sebastian

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